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Rohstoffe für das Trockenpress-Formverfahren: Die dominierende Rolle von recycelter Wellpappe

Primärer Rohstoff: Recycelter Wellkarton (Altwellpappe, OCC)

Beim Trockenpressverfahren zur Zellstoffformung – einem weit verbreiteten Verfahren zur Herstellung von Industrieverpackungen, Eierkartons, Obstschalen und Elektronikgehäusen – beeinflusst die Wahl der Rohstoffe unmittelbar die Produktqualität, die Produktionseffizienz und die Umweltbilanz. Obwohl verschiedene Fasern existieren, ist recycelte Wellpappe der dominierende und praktischste Rohstoff.

Primärer Rohstoff: Recycelter Wellkarton (Altwellpappe, OCC)

Das Trockenpressverfahren verwendet fast ausschließlich recycelte Wellpappe als Faserquelle. Dieses Material stammt typischerweise aus gebrauchten Wellpappkartons, die häufig als OCC (Old Corrugated Containers) bezeichnet werden.

Warum recycelte Wellpappe bevorzugt wird:

  1. Fasereigenschaften – Wellpappe enthält relativ lange Zellulosefasern, die für ausreichende Festigkeit und Flexibilität der Formteile sorgen. Diese Fasern gewährleisten, dass die Formteile beim Trocknen und Transportieren ihre Form behalten.

  2. Niedrige Kosten – Im Vergleich zu Zellstoff aus Primärholz oder landwirtschaftlichen Reststoffen ist recycelte Wellpappe in großen Mengen verfügbar und preiswert, was sie zur wirtschaftlichsten Wahl für die Massenproduktion macht.

  3. Hohe Verfügbarkeit – Wellpappenverpackungen sind in den Lieferketten weltweit allgegenwärtig und gewährleisten eine stabile und kontinuierliche Versorgung der Zellstoffformanlagen mit Rohmaterial.

  4. Hervorragende Recyclingfähigkeit – Das Trockenpressverfahren selbst ist Teil einer Kreislaufwirtschaft: Gebrauchte Kartons werden wiederaufbereitet, zu neuen Produkten (z. B. Eierkartons) geformt, und diese Produkte können nach Gebrauch wieder recycelt werden.

Wie recycelte Wellpappe für das Trockenpressen vorbereitet wird

Die typische Vorbereitungsabfolge ist unkompliziert:

  1. Sortierung und Reinigung – Wellpappe wird von Verunreinigungen wie Klebeband, Heftklammern, Kunststoffen und Klebstoffen getrennt.

  2. Zellstoffaufbereitung – Der Karton wird mechanisch mit Wasser vermischt, um ihn in eine faserige Suspension zu verwandeln. Es werden keine aggressiven Chemikalien benötigt.

  3. Raffination – Die Fasersuspension wird mäßig raffiniert, um eine geeignete Faserlänge und Konsistenz zu erzielen. Eine Überraffination wird vermieden, da für das Trockenpressverfahren keine extrem feinen Fasern benötigt werden.

  4. Formgebung – Der Zellstoff wird vakuumgeformt und anschließend mechanisch gepresst, um das Wasser zu entfernen. Die Bezeichnung „Trockenpressung“ rührt daher, dass im Vergleich zu Nasspressverfahren weniger Wasser und Energie zum Trocknen benötigt werden.

Zusatzstoffe (Nebenbestandteile)

Recycelte Wellpappe ist zwar der Hauptrohstoff, jedoch können geringe Mengen an Zusatzstoffen beigemischt werden, um bestimmte Eigenschaften zu verbessern:

  • Wasserabweisende Mittel (z. B. Wachsemulsionen oder AKD) – zur Feuchtigkeitsbeständigkeit in feuchten Umgebungen.

  • Verstärkungsmittel (z. B. Stärke) – um einen möglichen Faserabbau nach mehreren Recyclingzyklen auszugleichen.

  • Farbstoffe – wenn farbige Verpackungen benötigt werden.

Bei Standard-Trockenpressprodukten wie Eierkartons oder Industrieauskleidungen werden jedoch häufig nur minimale oder gar keine Zusatzstoffe verwendet; stattdessen setzt man auf die natürlichen Eigenschaften recycelter Wellpappenfasern.

Was wird typischerweise NICHT als Hauptrohstoff verwendet?

Um Missverständnisse zu vermeiden, ist es wichtig darauf hinzuweisen, was nicht als primärer Rohstoff beim Trockenpress-Zellstoffformverfahren dient:

  • Zellstoff aus Primärholz ist für die Herstellung von handelsüblichen Trockenpressprodukten zu teuer.

  • Landwirtschaftliche Reststoffe (Stroh, Bagasse, Bambus) – häufiger beim Nasspressen oder Spezialformen; für das Trockenpressen nicht kosteneffektiv oder prozessoptimiert.

  • Gemischtes Büropapier oder Zeitungspapier – diese haben kürzere Fasern und eine geringere Festigkeit, weshalb sie als Hauptkomponente ungeeignet sind.

Abschluss

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Trockenpressverfahren zur Zellstoffformung im Wesentlichen auf recycelter Wellpappe basiert. Dieses Material bietet die optimale Balance aus Faserfestigkeit, niedrigen Kosten, breiter Verfügbarkeit und Umweltverträglichkeit. Durch die Verwendung von recycelter Wellpappe als direktem Rohstoff stellt das Trockenpressverfahren eine praktische Lösung im Sinne der Kreislaufwirtschaft dar, mit der Verpackungsabfälle in wertvolle neue Produkte umgewandelt werden können.

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